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Eliane Müggler
Rheineckerstrasse 17
CH-9425 Thal

Ein Marathon zum Saisonabschluss

03.10.2016

Nach dem Rennen in Altstätten hatte ich irgendwie noch nicht genug und so entschied ich mich, noch am Iron Bike in Einsiedeln zu starten. Ich startete auf der 77-Kilometer-Strecke mit 2'300 Höhenmetern. So hiess es, nochmals „freiwillig“ um 4:00 Uhr aufstehen...

In Einsiedeln war es mit 8 Grad richtig kalt, jedoch war der Himmel wolkenlos und so erreichten uns schon bald die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Nach der Segnung auf dem Klosterplatz starteten wir um 08:45 Uhr. Zuerst ging es eher gemächlich, aber hektisch dem Sihlsee entlang. Ich versuchte das Hinterrad meiner Kollegin Andrea Waldis zu halten. Als es in den ersten Aufstieg Richtung Etzel ging, suchte ich meinen eigenen Rhythmus, da ich mit einer Renndauer von ca. vier Stunden rechnete. In der ersten Abfahrt wurde ich das erste Mal durchgeschüttelt: viel Luft in den Reifen, wenig Profil und eingeschränkte Sicht mit der Sonnenbrille im Wald. Trotzdem konnte ich mich als Dritte Frau einreihen. Nach einer kurzen Abfahrt folgten bereits der nächste kürzere Aufstieg und eine längere Abfahrt. Diese führte uns wieder mehr oder weniger auf Seehöhe. Hier waren bereits 20 Kilometer absolviert.
Ich wechselte in der Verpflegungszone meinen Bidon und schon ging es in den nächsten Aufstieg. Kurz darauf holte mich Michèle Wittlin ein. Ich hatte nichts zu verlieren und so versuchte ich, an ihrem Hinterrad zu bleiben. Kurz darauf holten wir im Aufstieg Andrea ein, die einen Defekt zu beheben hatte. Nach dem Berg und der Abfahrt waren wir in Wilerzell wieder zu dritt vereint. Im folgenden Aufstieg zum Büel waren 400 Höhenmeter zu bewältigen. Andrea sorgte an der Spitze für das Tempo, welches für mich recht hoch war. Nach kurzer Zeit entschied ich mich, meinen eigenen Rhythmus zu suchen, denn es war noch nicht einmal die Hälfte des Rennens absolviert. Der Aufstieg wurde zum Schluss immer steiler und ruppiger, einige Fahrer waren zu Fuss unterwegs. Doch ich wollte einfach nicht laufen, überholte einige Männer und kam fahrend bis nach oben. Es folgte wiederum 400 Höhenmeter Abfahrt, zuerst etwas technisch und über rutschiges Holz, dann wieder relativ einfach auf Fahrsträsschen.
Bei Kilometer 41 in Euthal begann nach einer kurzen Fläche bereits wieder der nächste Anstieg zum Bergpreis „Wisstannen“. Der Aufstieg und die nächste Abfahrt verliefen ohne Probleme. Nun hatten wir sieben eher flache Kilometer zurückzulegen. Zu Beginn fuhr ich im Windschatten eines Mannes mit, später wechselten wir uns in der Gruppe mit der Führungsarbeit ab.
In Unteriberg begann der letzte lange Anstieg. Ich war bereits 3:11 Stunden unterwegs, aber es waren immer noch 20 Kilometer bis ins Ziel zurückzulegen. Meinen Begleitern von der Fläche konnte ich nicht mehr folgen und so war ich bald alleine unterwegs. So wurde es körperlich und mental sehr hart. Andrea erzählte mir vor dem Start, dass es hier immer wieder auf und ab gehen würde und es strenger werden würde als es das Höhenprofil auf meinem Lenker aussagte. Nach einer Weile holte mich ein Mann ein und ich heftete mich an sein Hinterrad. Leider konnte ich ihm nicht ganz folgen. Nach dem Höhenprofil sollte bei km 70 die Abfahrt beginnen. Als dann eine coole Abfahrt über eine Wiese begann, hatte ich auch 70 Kilometer auf meinem Garmin-GPS, doch es hatte keine KM-Tafel wie bei den letzten 10km-Marken. Bereits nach kurzer Zeit konnte ich den Mann von vorhin über die Wurzeln wortwörtlich stehen lassen. Als die Abfahrt dann nicht mehr aufhören wollten und meine Arme aufgrund der Schläge bereits schmerzten, dachte ich, dass dies nun wohl diese lange Abfahrt sein würde. Es folgten nochmals einige kleine Anstiege, ich ging aus dem Sattel und fuhr diese zügig hoch. Als ich dann die 3-km-Tafel sah, fuhr ich voll weiter, da ich vor mir nochmals einen Mann entdeckte. Diesen konnte ich ebenfalls anhängen. Bei der Einfahrt auf den ansteigenden Klosterplatz entdeckte ich den Mann von der Abfahrt an meinem Hinterrad. Obwohl er natürlich nicht mit mir gewertet wurde, wollte ich ihn nicht einfach so vorbei ziehen lassen und beschleunigte. Wir sprinteten beide Richtung Ziel. Er war schon neben mir, doch ich gab nicht auf und konnte ihn doch noch abhängen;-) Schliesslich erreichte ich das Ziel nach 4:06 Stunden als Vierte!
Zuerst war ich mit meinem Rennen – dem Gefühl und der Platzierung- sehr zufrieden. Als ich dann die Zeiten verglich, nervte es mich, dass ich auf die Zweit- und Drittplatzierte weniger als drei Minuten Rückstand hatte. Hätte, wenn und aber nützt nach dem Rennen nichts mehr. Ich bin mir sicher, dass ich bei einer weiteren Teilnahme von den Streckenkenntnissen und den gemachten Erfahrungen profitieren kann.

Nun geniesse ich einige Tage bzw. Wochen in denen ich nicht trainieren muss, sondern darf, keine harten Intervalle anstehen und auch mal Zeit für eine Wanderung bleibt;-)

Bilder
Rangliste

Iron Bike Einsiedeln (Foto: sportograf.com)zoom
 

Herzlichen Dank meinen Sponsoren!

 
 
 
 

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